Reisen und Umwelt

Stellt sich durchaus die berechtigte Frage, ob man in Zeiten von Kimawandel eine solche Reise machen sollte?

Die Antwort kann eigentlich nur Nein sein. Ein kurzer Blick auf die CO2-Bilanz allein unseres Fluges verrät mehr.

Allein die Flüge für uns drei verursachen mehr CO2 als wir im ganzen Jahr produzieren dürften – Quelle: atmosfair.de

Wir werden der Umwelt mit dieser Reise nichts gutes tun, das ist leider die Wahrheit und die lässt sich nicht schönreden.

Hilft Kompensation?

Gibt es eine Möglichkeit, ohne schlechtes Gewissen zu fliegen? Es gibt Anbieter, bei denen man Flüge kompensieren kann. Durch eine Ausgleichsspende werden Projekte zur CO2-Reduktion gefördert. Klingt ja erstmal ganz gut, aber hilft das? Oder ist es nur eine Art moderner Klima-Ablasshandel, der es scheinbar erlaubt, ohne schlechtes Gewissen zu fliegen?

Die Non-Profit-Organisation atmosfair.de stellt auf seiner Webseite ein Tool zur CO2-Berechnung zur Verfügung und nennt gleichzeitig einen Betrag, den man spenden könne, um das verursachte CO2 zu kompensieren. Atmosfair finanziert ausschließlich Klimaschutzprojekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM, Kyoto-Protokoll), die den Gold Standard einhalten. Damit erzeugen die Klimaschutzprojekte Gold Standard CERs (Certified Emissions Reductions), die auch „Emissionsgutschriften“ genannt werden und die nach Artikel 12 des Kyoto-Protokolls von atmosfair stillgelegt werden. Also wirklich fliegen ohne schlechtes Gewissen?

Die Antwort kann meiner Meinung nach nicht so einfach sein. Eines ist klar: Nichtfliegen ist besser als Fliegen. Egal ob man kompensiert oder nicht. Könnte man mit ein bisschen Geld in CO2-Kompensationsprojekte den Klimawandel aufhalten, stellt sich doch die Frage: Warum fördern wir (z.B. die Regierung) diese Projekte nicht auch ohne CO2 durch Reisen zu produzieren?

Vermeidung ist besser als Kompensation. Wenn jedoch unbedingt Fliegen, dann ist Kompensation besser als Nichtkompensation. Ob es das Gewissen beruhigt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden.

Ja, wir werden diese Reise antreten und ja, wir werden am Ende der Reise unseren CO2-Betrag der gesamten Reise (nicht nur Flüge, sondern alles was zusätzliches CO2 ausstöst) abschätzen und werden diesen Betrag kompensieren. Aber wir werden nicht gewissenlos aus der Sache rausgehen können. Wir werden uns unserer Tochter eines Tages gegenüber rechtfertigen müssen.

In Zukunft (wie auch schon vermehrt in der Vergangenheit) sind unsere Reisen jedoch in der Regel nicht Flugreisen, sondern werden wieder Zugreisen und Fahrradreisen durch Europa mit dem Zelt im Gepäck sein. Dazu wird es bei Zeiten einen eigenen Blog geben.